Aber weh do’ hot s! Vom Haselnußroi’ Derhoim ond Drauße



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1
aber
weh do’
hot s!
Vom Haselnußroi’
Derhoim ond Drauße
Gedichte
und
Geschichten
in
schwäbischer
Mundart
von
Cäsar Flaischlen
(1864 — 1920).
Neuauflage 2015
© Atelier Abt-Harrer, Rottenburg a.N.

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Neuauflage 2015 © Atelier Abt-Harrer, Rottenburg a.N
.
Vom Haselnußroi’
e Zopfete
Bloeme
~
n ond Nüß
von Cäsar Flaischlen.
Quelle:
Heilbronn
Verlag von Schröder & Co
1892

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D’r Hoimet
ond ihre Dichter
Berlin, 5. Februar 1892

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z Weihnachte.
W
eihnachte — — jô! . . .
ond ist ma no so weit
en d’r Fremde drusse~n,
ond ist ma~n älleweil lustig gwä,
ond hôt blos selte~n emôl zruckdenkt
an sei Hoimet,
an sei alts Müeterle
mit graue Hôôr
ond zittrige Händ,
ond hôt ma nie Hoimweh ghett — — —
dô uf oimôl kommts;
ond s leidt oin nemme,
ond lôßt oim koi Rueh meh,
ond ma will hoim . . . hoim!
ond zruck . . . zruck:
en sei Hoimet zu seire Mueter . . .
en sei Juged, . . . zruck:
en sei Kendheit . . .
Ma möcht en Christbaum han
ond net bei Fremde . . .
Noi, derhoim:
en dem enge kloine Stüble
mit dene alte Möbel aus Großvatters Zeite,
dene fleckige Napoleo’sbilder an de Wänd,
ond dene altmodische Photographiee . . .

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mit dere Schwarzwäldere em Eck,
die d Mueter zur Hochzig kriegt hôt —
Ma möcht hoim!
worom?! ist ois!
Ma möcht ebbe hoim! blos hoim! . . .
ond möcht wieder kloi sei
ond lache, wie ma~n äls Bue glacht hôt,
ond mit s Nachbers Gretle Dogge spiele,
ond seine Bleisoldate~n uffstelle,
ond sein kloine Muck lese,
ond s stoinerig Herz,
ond seine Endeanergschichte;
ond em Frühjôhr
mit seiere Schleuder
nach de Spatze schieße,
ond d Schuel schwänze,
ond uf de Felder Feuerle mache,
ond em Herbst Äpfel ond Zwetschge stehle —
— jô! ma~n ist en arger Lausbue gwä
en arger Lausbue! . . . aber nett isch doch gwä
trotz dene verrissene Hose,
mit dene ma~n äll Obed hoimkomme~n ist
ond trotz dene Datze~n ond Hieb,
die s äll Dag fast gä hôt!
Ond ma goht hoim,
ob s no so weit ist;
ond ma hilft de Baum helfe putze,
ond zend’t d Lichter a’
ond setzt se behaglich en en Stuhehl

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ond fangt a’ z verzählet:
wie guet ond wie schlecht s oim drusse
gegange~n ist . . .
s ist nô freile viel anderst,
äls wie ma so denkt en d’r Weite,
ond äls ma moit, daß sei müeß!
d Leut send ebbe
~
n au net jönger gworde~n
ond manch ois scho elend wackelig uf de Füeß;
ond dô ist ebbes ond selt ist ebbes,
was anderst sei könnt
ond anderst sei sott au!
. . . Jô! jô!
wie s halt so kommt! . . .
Wann d Mueter nô emol naus lauft,
ebbes nôchzgucke,
gôht ma
~
n ‘r vielleicht nôch:
„k a~n e d’r was trage?!“ . . .
aber s ist net des! . . . a’~a’!
ma will blos de Kopf an ihr Brust loine,
fangt aber uf oimôl a z heule derbei,
wie~n e Kend,
ond ohne daß ma~n oigetlich woißt worom?’
Vielleicht ist s au des, was oin hoim triebe:
sich wieder emôl ausheule z könne~n
am Mueterherz —
drusse k a ma s jô net!

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dô dätet se s e Schand hoiße~n
ond oin auslache . . .
ond ma braucht s doch halt au, so zwische~nei! —
Also hoim, wer no e Hoimet hôt,
ond e Mueter z Haus
od’r en Vatter
od’r en — Schatz irgedwo:
om en Christbaum z han,
om wieder emôl Kend z sei . . .
hoim! om z lache~n ond z heule.
ond nôcher en der Fremde nô wieder
koi Kend meh z sei,
sondern om so fester
ond mit neue Kräft
uf sein Poste z stande
~
n
als Kerle! ond als Ma’!
ond als Schwôb,
ond „furchtlos ond treu“!

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Vom Haselnußroi’.
d’r Lene vom Burghof.

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Meim Schatz.
G
ôht s au langsam,
gôht s doch ane,
gôht s doch, Gott sei Dank! net zruck!
ond duet s äll Dag,
wann au bschoide,
so en loise, kloine Ruck!
Doch bis Pfengste
mueßt no warte;
no verlier m’r net de Muet!
warte müesse~n —
i woiß selber
guet: wie warte müesse duet!
Aber guck: e~n
oigner Acker,
wann ‘r au am End blos kloi,
ist doch zeemôl
gscheidter ond feiner,
äls wie Knecht bei Andre sei!

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Trutzköpf.
S
 mueß doch net gleich wettre,
hôt s Wolke~n am Hemmel
mueß doch net glei ei’schla’,
wann ‘s au emôl blitzt;
s mueß doch net glei aus~sei
drom zwische~n ons boide,
wam~ma~n e môl au
mitnander verspritzt!
Hättst du me meh gern ghett,
hätt i d’r meh nôchgä,
ond s wär nô nie komme,
daß Händel m’r hent;
doch so isch s e G’hechel
äll Dag ond e G’ärger!
ond blos: weil äll boide
m’r trutzköpfig send!

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1 1
Am Burghofzau.
M
oi’st: i stellt mi dô em Rege
stondelang en s nasse Gras,
wann i di net gern hätt, Mädle?
wann i net . . .? i woiß net was!
s hôt manch oine scho m’r gwonke~n,
ob i net ihr Schatz wöll sei;
han se ruhig lôsse wenken,
ond be’ nuff zum Haselroi;
Ond han gwartet selt ond gwartet,
gwartet, guck! bis nemme schö;
aber wer oft net emôl komme:
des ist ebbe d Lene gwä!
Derrst drom woll a bisle anderst
ond e bisle freundlich sei,
derrst m’r au en Kuß gä wieder . . .
bild m’r drom no lang nex ei!

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I grüeß de, Len’!
O
nd stôht se au en Wolke,
s hôt doch e Sonn am Hemmel wo;
ond hangt s au voller Sorge,
wann i an mei liebs Schätzle denk,
nô wurr i älleweil froh.
M’r send zwôr usenander:
sie uf ‘m Berg ond i em Grond;
doch hôt s koi Wasser nirgeds,
des d Lieb ons net vergonnt.

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1 3
D Hauptsach.
J
ô:
wönsche, liebs Schätzle, ond was s nô au sei,
stôht, Gott sei Dank, omesonst oim no frei!
Doch wönscht ma drom ebbes,
häb s Hand au ond Fueß,
daß ma net glei wieder nôchbettle mueß!
s gôht jô en oim he’, will d’s Glück emôl no,
ob s oim zeedauset git od’r e Millio!
„ Jô:
ob i zeedauset sag od’r e Millio,
i krieg doch mei Lebtig koin Pfennig dervo!“
Net wôhr isch ond noi! verdappst no die Stond,
wo s grad guet ufglegt ond dir au was gonnt!

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e Rösle.
E
 Rösle, e geels,
nemm s, Mädle, doch heel s!
woißt, wann de s de Leut zoigst,
ist s rom mit d’r Freud:
se scwätzet ond rätzet —
bis daß d’r s ver~d~loidt.
I sag des jô, los,
d’r dei’twege blos!
i frôg nôch de Leut nex,
was ma~n au wöll,
dir aber machtet se
d’s Lebe zur Höll.

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1 5
D Lore.
G
uet gmoi’t wärle han i s emmer,
hättst du mi s no deichsle lau
ond net denkt: müesch s Gscheidtle spiele~n
ond müesch mi zom Narre hau.
Woißt, e Konst isch net gwä: z mache:
daß i net viel Acht ghett drom;
wam~ma so verschosse, Mädle,
wie~n i gwä, ist jeder domm!
Ond gôhst mit ‘m Hans du lieber,
weil ‘r e paar Dahler meh —
gang! i gonn d’r des Vergnüege
mit Vergnüege! — ond no meh!

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Blos ois!
S
o gôht s halt, Mädle, wam~ma z lustig —
i ha’~m’r s aber halbe denkt!
des hoißt, i ha’~m’r s net denkt, s hôt me
halt ebbe~n au, wie di, versprengt.
Des hôt d’r en de Auge gfonkelt,
daß i m’r nemme z helfe gwißt,
bis i de en de~n Arm han gnomme~n
ond ebbe küßt ond ebbe küßt. —
So, moi~n i wenigstens, sei s komme~n!
ond: ob s etzt zeemôl au net recht,
i woiß blos ois: daß i de trotzdem
ällweil so weiterküsse mecht.

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1 7
Ond wann i di
O
nd wann i di mei Schätzle hoiß,
was gôht des andre a’?!
i moi: des  müeß doch mei Sach sei!
doch mei Sach sei!
ond was i will, woiß i alloi . . .
was gôht des andre an’?!
ond wann i di mei Schätzle hoiß,
des gôht au di nex a’!
du hôst jô no
koin Grueß m’r ghett,
koin Grueß m’r ghett,
drom: ob i gern di oder net,
des gôht au di nex a’!

1 8
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.
„D Leut!“
K
omm no net älleweil mit „de Leut“,
des geit blos domme Gschichte;
weil d’s Becke Rösle so hôt gmoi’t,
soll i dernôch me richte?!
Was gôht mi d’s Becke Rösle a’,
ond s Thorwarts Gvatterschwester!
der Deufel holl des Weibergschwätz
ond Alte~Baseg’läster!

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1 9
Ond no emôl: „d Leut“!

I
 woiß jô woll, Schatz, wie de s moi’st,
doch d Leut, guck! denket anderst . . . . .
Ma sieht ‘ns zwoimôl so alloi,
nô mueß i scho Gott woiß was sei!
be’ schlecht ond liederlich ond gmoi,
zom mendste überhaupt nex nutz —
ond nemerds nemmt oin meh en Schutz;
ond wisset se au no so guet,
daß ma no lang nex o’rechts duet!
s ist O’senn, jô! i sag s jô au;
se wöllet blos was z schwätze hau!
was? ist ‘nn Nebesach derbei,
so Nebesach, wie s mir könnt sei!
doch moi~n i, guck: für di sei s wüest,
wann d so domms Zeugs a’höre müeßt!
e Weile gôht s ond lacht ma druf,
nô aber kommt oim d Galle ruf
ond du wärst net d’r Kerle gau
so ebbes lang d’r gfalle z lau;
ond still sei, ist ganz gwieß jô nett,
doch manchmôl därf ma s halt au net . . .
ond nô gäb s Händel, selt ond dô . . .
ond nô, Schatz, schwätz! was hätte m’r nô?!“

2 0
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.
Wie s äls gôht!
I
 han koi Rueh meh
ond fend koin Friede
seit i di küßt han
ond „du“ zue d’r gsagt;
I k a nemme schlôfe~n,
ond k a nemme schaffe,
s isch grad äls wann me
sonst woiß was hätt packt —
Des oi no jetzt bitt e:
mach gscheidt me wieder,
mach me vernönftig,
ond lôß den Danz!
Gib m’r de~n Abschied
ond lôß me laufe!
oder, Schatz, gib de —
gib de m’r ganz!

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2 1
Ond s wurd doch wieder —
O
nd s wurd doch wieder blauer Hemmel,
wann s jetzt au regnet Dag für Dag,
doch Schwalbe freile geit s nô nemme
ond Rose~n au net meh em Hag.
Ond s Laub ist welk ond danzt am Bode~n,
ond mit em Sommer ist s verbei! . . .
no jô, Schatz! aber mir zwoi brauchet
dôdrüber doch net traurig z’ sei!
I wießt net, was d’r Wenter änder;
em Gegetoil: so schö s isch gwä,
i moi, ond tät s mit Grondeis gange,
daß s nô erst recht schö werde dä:
En oiges Haus, a goldigs Weible
ond koine Sorge, jong ond froh, —
versproche —! noi, i wött s net anders!
doch gheirat’t ist — doch gscheidter no!

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.
Nebenomg’hofft.’
H
an me g’freut dagaus ond ~ei,
Bis de wieder dô könntst sei.
Jetzet kommst ond bist verstemmt,
Duest verdrosse, k alt ond fremd.
Host koin Patsch ond k aum en Grueß,
Wie wann älles blos e Mueß!
Hôst koi oizigs liebers Wort,
Ond witt morge wieder fort.
Ond i han me uf de g’freut,
Wie~n e Kend uf d’ Weihnachtszeit.

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2 3
Lach du no!
L
ach du no, lach du no!
s wurd e Zeit scho komme no
dô d’r nemme so om s Lache,
nemme so om s Spotte z do!
aber lach du, lach du no!
Lach du no, lach du no!
wärst ganz gwieß emôl nô froh,
dät wie~n i ois nôch d’r bettle,
hätt wie~n i ois gern de no!
aber lach du, lach du no!

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No jô!
H
ôst me halt au blos a’gführt, narr!
s ist älles ghopft wie gspronge!
zur Abwechslong drom pfeif i jetzt,
was i m’r z’erst han gsonge.
E~n O’glück ist s jô schließlich net
ond au net grad zom schäme,
wann i no so vernönftig wär:
mi nemme drüber z gräme.

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2 5
Jo: wenn —!
O
b mi mei Schatz so mag,
wie~n ‘r äls secht,
oder ob i em
zom Ma blos be’ recht —
Des mecht i wisse~n
ond dät m’r s au weh;
denn wenn i des wießt,
wießt i no meh!

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.
Woißt no?
W
oißt no, wie m’r em tropfede Rege
drobe gsesse~n am Haselnußroi?
kois hôt gschwätzt viel, ond e jeds doch
hôt woll gwißt, wie s ander moi!
Hôst dei Köpfle a’me g’loint,
han en Kuß d’r gä —
niemôls no em Lebe send
zwoi so selig gwä!
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Heut gängst nemme em tropfede Rege
mit mir nuf so zom Haselnußroi,
denn de könntest de verkälte~n
ond de mueßt — wo anderst sei!

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2 7
Kitt!
F
ür dein Guetgnueg, Schatz
be~n i net guet gnueg mir,
drom rois du di no
ond suech en Andere dir!
woißt, e~s hôt gnueg jô,
die s net grad gênirt,
wann se au e Mädle
an d’r Nas~e~rom führt.
I aber moi, i sei m’r
z guet dô derfür,
Schatz, also gang ond
suech en Andere dir!
krieg jô doch niemôls au
den Hof, den de witt,
guck! ond so send m’r
uf de Dupfe na’ kitt!

2 8
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.
Wie s äls au gôht!
K
oi Bleemle, ko Blättle,
koi Liedle, koin Schei,
de ganz Dag zwielicht,
ond älles alloi;
koi Mädle, koi Schätzle,
koin Kuß drom au meh,
ond nex, wo ma ‘na’guckt,
wie G’nebel ond Schnee; . . .
Ond wann ma so gar gern
no Sommer han wött;
ond wann ma so gar gern
e Schätzle doch hätt!

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2 9
G’fonde.
W
ann s dei Herz wär gwä,
des i g’fonde hätt,
des hättst nemme kriegt,
was d au drom verwett’t;
Was de botte~n au,
hätt s d’r nemme her;
des hätt bhalte~n i,
bis i gstorbe wär.
Doch en Beutel Geld?
noi! sell brauch in net —
wann s dei Herz wär gwä,
des i g’fonde hätt!

3 0
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S Nägele.
E
 schneeweiß Nägele
des ois em~e Mädle brengt —
e schneeweiß Nägele —
woisch net, was des ‘m denkt?
E schneeweiß Nägele,
ond wann d net woißt, was des hoißt:
e schneeweiß Nägele?
nô sag i dir s au net!

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3 1
Uf ‘m Bah’hof.
D
o stand i ond stand en de Bode me nei,
guck d’ Glois naus, ond guck ebbe doch nex rei.
„Verspäteng!“ Natürlich! ond ist ‘r nô henn,
nô bist du womöglich erst net emôl drenn.
Drom wann d’ emôl wieder so wegroise witt,
nô machet m’r s gscheidter: nô fahr ’ i glei mit.

3 2
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.
Moi’st net?!
W
eil i eifersüchtig be’,
hoißt ma glei me schlecht!
wann i s net — moi’st net: e~s wär
nô d’r erst gar net recht?!

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3 3
Was ganz anders!

E
 Sträußle k a ma~n oim doch schenke!
was ist dô dra?!
des gôht oin doch ganz gwieß
nex weiter a’!
Drom also, gelt! net glei so giftig
ond wüest ond kränkt,
hôst vor~em Jôhr doch au
grad gnueg m’r gschenkt!“

3 4
Neuauflage 2015 © Atelier Abt-Harrer, Rottenburg a.N
.
Den Weg be~n i gange . . .
Den Weg be~n i gange,
wie s März no isch gwä;
den Weg be~n i gange,
wie s Rose hôt gä;
den Weg be~n i gange,
wie s Herbst nô . . . jô! jô!
ond etzet ist s Wenter
ond den Weg gang i no!
Ond ällweil han gmoi’t i:
s gäng heut no so kromm;
ond ällweil han gmoi’t i:
daß etzt m’r s verkomm;
ond ällweil han gmoi’t i:
e~s müeß e~s doch do’!
ond s ist älleweil nex gwä
ond doch moin i s no!

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3 5
Wie oiner gscheidt gworde
O
nd s ist älles net wôhr gwä,
was i glaube han müesse~n,
ond was i au glaubt han,
weil du s zue m’r gmoi’t!
verloge~n ist s gwä, ond
von vorne~n ond hente~n,
ond i be~n a Narr gwä —
ond du duest m’r loid!
Han de für besser
wie d andere ghalte,
weil i de gern ghett —
doch la’nt m’r s etzt gau!
scheer de zom guckuck,
herzdausig liebs Schätzle:
a’lüge k a me
e~n andere au!
Dô woiß i s nô doch, ond
kränk me net weiter,
wie jetzet mit dir, wo . . .
ond spreng me net hoiß,
ond mach m’r koi Loid drom,
ond sag halt, wie selle:
„ob d Gret od’r d Marie,
de well ist jô ois!“

3 6
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„s ist jô doch koi’re viel
z do~nd om was anders,
wöllet jô doch blos
zom spiele was hau!
hoißt des nô Franz od’r
Hans oder Heiner —
drom sei s au ons ois:
ob schwarz oder brau!“

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3 7
D’s Jôhr drauf!
„s ist älles, wie s gwä isch,
ond doch wieder net!“
D
ô stand i wieder uf ‘m nemlichte Fleck:
am Burghofzau’, an der Haselnußheck,
guck rom ond guck nom
ond guck na’ ond guck nauf,
ob m’r net ebber em Weg wo ver~d~lauf!
Ond d Fenke pfeifet em Birkeg’äst,
ond d Moißle bauet em G’heck ihr Nest,
ond d’s Gras ist gree,
ond d’r Hemmel ist blau,
ond gree ist schöe ond blau ist s au.
Ond Haselnuß geit s, wie s emmer hôt gä,
ond älles ist, wie s älleweil gwä,
ond am Zau’verschlag
stôht gnau ebe~n~e~so
woiß Gott! au der Esel von selbigsmôl no!

3 8
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Noi, noi!
V
ielleicht! ma könnt me lustig mache,
doch d Lene~n oizig ond alloi!
ond senge dät i ond dät lache,
Herrgott! wie wöllt i selig sei!
s müeßt freile gar viel werde~n anderst,
ond dô dra’ glaub i ebe net;
denn was mir zwoi ons gsagt enander,
macht kois so schnell glei wieder wett.
Ond denk i zruck an selle Sommer,
ws dô i für e Kerle gwä —
noi, noi! i be zue nex meh z brauche~t,
denn d’s Herz ist krank ond d Lieb ist he’!

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3 9
Falleds Laub.
S
 ist wärle nemme, wie s ist gwä;
worom doch woiß i net!
ma lebt so ane ond wurd alt,
ond hôt von nex was ghett!
Ond März vergôht ond Moi vergôht,
ond Jôhr om Jôhr verrentt;
wann blos i no e~n oizigs Môl
mi wieder freue könnt!
Net: wie ma~n äll Dag lustig ist,
des liegt oim jô em Bluet,
au wenn oim net grad so om s Herz
ond ehner anderst z Muet.
So net, so net! des han i jô! —
so wie~n i gfreut mi oft,
äls i no zwanzig Jôhr be’ gwä
ond Gott woiß was net ghofft!
Ond glaubt han, daß au i s emôl
zu ebbes brenge dät,
ond net zue so eme Lebe blos
wie gmoiniglich ma s dreht:

4 0
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Daß ma halt schafft, was gschafft sei mueß,
doch wurst oim ist, wie s gôht,
ob grad ob kromm, ob hist ob hott,
langt s no für s däglich Brod;
Ond ane lebt so, alt wurd, ond
sich schließlich strackt en s Bett,
ond älles gnueg, ond oigetlich
von nex hôt ebbes ghett.

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4 1
Ond schmeißt ‘r om —
J
etzt ist s jô doch zue Ällem z spôt,
drom ist s voll ois, wie s weiter gôht,
lôß no de Rappe laufe!
ob schnell, ob b’häb, o grad, ob kromm —
ond schmeißt ‘r om, nô schmeißt ‘r om,
nô ist halt s Ganz e Haufe!

4 2
Neuauflage 2015 © Atelier Abt-Harrer, Rottenburg a.N
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