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Wissenswertes zu Morbus Parkinson für 

Pflegekräfte 

 

 

 



 

 

 



 

 

 



©

Hans-Reinhard Kirsch 

zertifizierte 

Parkinson Nurse  Kontakt: info@pn-kirsch.de 


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Vorwort zur Version 2.1 

 

 

Diese Zusammenfassung über „Wissenswertes zur Morbus Parkinson für Pflegekräfte“ 

Von Hans-Reinhard Kirch ist sehr lesenswert, Informativ und verständlich. 

Es werden alle Bereiche wie die Medikament, Symptome, Behandlungen beschrieben. 

Und kurze „Merke-Hinweise“ aufgeführt. Alles in allem es ist sehr gut erklärt. 

Diese Zusammenfassung sollte man als Broschüre, jedem bei der Diagnose, mit nach 

Hause geben, damit man, nach dem ersten Schock, sich in Ruhe damit Beschäftigen 

kann, wenn man möchte und die Angst nicht mehr so groß ist. Es ist bekannt dass die 

Ärzte nicht genug Zeit haben den Patienten aufzuklären und dafür gibt die Parkinson 

Nurses, die mit Rat und Tat , den Betroffen zur Verfügung stehen. 

Ich möchte Danke sagen für Eure Menschlichkeit und Hilfe, die wir jederzeit in Anspruch 

nehmen dürfen. 

 

Beate Hilker-Schmitt 



Parkinsonbetroffene 

22.06.2014 



Wissenswertes zu Morbus Parkinson für Pflegekräfte 

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Version 2 

Parkinson ist eine sehr komplexe Erkrankung und stellt in der pflegerischen Versorgung, 

besonders in der Spätphase der Erkrankung, eine grosse Herausforderung für 

Pflegekräfte dar und kann als Begleiterkrankung in jedem Fachbereich im Krankenhaus, 

in der ambulanten oder stationären Pflege auftauchen. 

Oftmals kommt es aufgrund der Erkrankung zu unnötigen Komplikationen und 

Spannungen mit Patienten und deren Angehörigen. 

 

Um hier etwas Abhilfe zu schaffen, fanden im Juni 2012 zwei Praxisanleiterfortbildungen 



statt, woraus dieses Script als Zusammenfassung zum Nachlesen und Weitergeben an die 

anderen Kollegen auf Station entstand. 

 

Der Inhalt stellt keine offiziellen Leitlinien oder Standards dar, er ist vielmehr eine 



Mischung von praktischen Erfahrungen und aktueller Literatur. 

Die Inhalte sind zwar rechtlich nicht bindend und haben daher weder 

haftungsbegründende noch haftungsbefreiende Wirkung. Aber vielleicht einen 

empfehlenden Charakter, der helfen kann, unnötige Komplikationen und Spannungen zu 

vermeiden. 


Wissenswertes zu Morbus Parkinson für Pflegekräfte 

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Einleitung 

Die Parkinson-Erkrankung (= Morbus Parkinson, M. Parkinson, idiopathisches 

Parkinsonsyndrom) ist eine chronisch - voranschreitende neurologische Erkrankung, die 

durch degenerative Veränderungen im Gehirn ausgelöst wird, welche motorische, 

vegetative und psychische Probleme zur Folge haben. 

Sie wurde erstmals 1817 von James Parkinson beschrieben. Erst Anfang der 1960er 

Jahre wurde ein Mangel des Botenstoffs Dopamin als wesentliche biochemische Ursache 

der Symptome der Erkrankung nachgewiesen. 

Es gibt heute viele und gute Möglichkeiten, den Verlauf positiv zu beeinflussen. Aber die 

Erkrankung zu diagnostizieren, ist immer noch nicht so einfach. Deshalb können 

Patienten jahrelang irrtümlicherweise unter der Diagnose: Rheuma, Depression, 

Obstipation etc. behandelt werden. Vielleicht ist die Diagnose noch nicht gestellt, wenn 

der Patient auf die Station kommt, zeigt aber zum Teil schon so einiges an den im 

späteren Text aufgeführten Frühsymptomen. 

 

Ursache 

Die Ursache für den Dopaminmangel ist der vermehrte Untergang dopamin- 

produzierender Nervenzellen im schwarzen Zellkern (substantia nigra) im Mittelhirn. 

Die Ursache dieses Zelluntergangs ist unklar, manchmal (in 5-10%) ist er familiär 

gehäuft, die Symptomatik kann dann schon mit 40 Jahren oder jünger auftreten. 

Die Parkinson-Erkrankung ist ursächlich nicht heilbar, da die Zellen nicht  

wiederhergestellt werden können. Man kann aber Dopamin (bzw. dessen Vorstufe) als 

Medikament verabreichen oder dessen Abbau verzögern oder versuchen, das 

Gleichgewicht zwischen verschiedenen Botenstoffen wiederherzustellen mit dem Ziel, 

Bewegungsfähigkeit, Selbsthilfefähigkeit, Lebensqualität solange wie möglich zu erhalten. 

Das gelingt in den ersten Jahren der Erkrankung gut, vorausgesetzt, der Patient erhält 

seine Medikamente ganz regelmäßig. Nicht alle Symptome sprechen aber gleichmäßig   

gut auf die Medikamente an. 

 

 



 

Merke:

 

In den ersten Jahren der Erkrankung an Morbus Parkinson ist nur eines 



wichtig: die lückenlose, zeitgerechte Verabreichung der Medikamente.

 


Wissenswertes zu Morbus Parkinson für Pflegekräfte 

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Symptome und erste Probleme 

 

Tremor (Zittern) 

Das Zittern ist bei vielen Patienten das erste Anzeichen der Parkinson-Erkrankung, kann 

aber auch bei bis zu 30 % der Betroffenen fehlen. Das Zittern beginnt meist einseitig an 

einem Arm oder einem Bein und kann sich dann auf die anderen Gliedmaßen ausbreiten. 

Es ist ein rhythmischer Ruhetremor, der sich durch Lageänderung unterbrechen lässt 

(z.B., wenn klopfende Geräusche stören, weil ein Patient mit der zitternden Extremität 

gegen ein Holzbrett schlägt). Zügige Bewegungen sind zielgenau möglich. Beim kurzen 

Anhalten vor dem Ziel kann der Tremor aber wieder zunehmen: Haltetremor 

 

Rigor/ Rigidität (Muskelsteifigkeit) 

Dieses Symptom bezeichnet eine Steifheit durch eine Erhöhung der Muskelanspannung 

der betroffenen Körperregionen. 

Der Rigor wird deutlich, wenn der betroffene Arm oder das betroffene Bein durch einen 

Untersuchenden bewegt wird. Manchmal ist der Rigor beim Beugen des Hand- oder 

Armgelenks auch mit einem so genannten Zahnradphänomen verbunden. Die Beugung 

erfolgt dabei etwas ruckartig, als würden im Gelenk zwei Zahnräder ineinander greifen 

und wiederholt einrasten. Besonders häufig ist die Nackenmuskulatur betroffen: im 

Liegen verharrt der Kopf in sehr unbequemer, schmerzhafter Haltung in der Luft 

(Kopfkissensyndrom). Die Strecker und Beuger sind gleichzeitig angespannt, der Tonus 

der Beugemuskulatur überwiegt, alle Gelenke werden gebeugt gehalten, die 

Körperhaltung ist gebeugt. 

 

 

Brady-, Hypo-,Akinese 



Hierunter versteht man eine Verlangsamung der Bewegungsabläufe (Bradykinese) 

und Verringerung des Bewegungsausmaßes, Bewegungsverarmung 

(Hypokinese),Unbeweglichkeit (Akinese). 

Auch die Schwierigkeiten, eine Bewegung überhaupt zu beginnen, gehört dazu. Auch die 

Fähigkeit, sich aus einer eintönigen Bewegungsabfolge wieder zu befreien. 

Typische Beispiele für Hypokinese sind die Verkleinerung der Handschrift,    

verlangsamtes und kleinschrittiges Gehen. Selbst die Atembewegungen sind vermindert. 

Verminderung der Ausdrucksbewegungen des Gesichts (Mimikarmut) und der Gestik 

sowie leises und eintöniges Sprechen. Nur die Augenbewegungen bleiben lebhaft. 

Aufgrund der mangelnden nonverbalen Kommunikation können Unterhaltungen mit 

einem Patienten etwas grotesk wirken. 

 

Der Kopf kann von einer Pflegekraft langsam auf das Kissen gedrückt 



werden.

 


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Viele Handlungen können Patienten allein ausführen, wenn nur eine Starthilfe von außen 

gegeben wird. Das zu wissen, kann die Pflege erheblich vereinfachen. (siehe auch Tipps 

bei „Freezing“). 

 

 

 



 

Posturale Instabilität (Standunsicherheit) 

Normalerweise wird unser Gleichgewicht beim Stehen und Gehen durch Reflexe reguliert, 

die weitgehend automatisch ablaufen. Bei der Parkinson-Erkrankung kommt es zu einer 

Verminderung dieser Reflexe, so dass die Betroffenen immer weniger in der Lage sind, 

sich selbst „aufzufangen“, wenn sie aus dem Gleichgewicht gebracht werden. 

 

Nicht motorische Symptome 

Diesem Symptombereich wird, wie schon erwähnt, erst in letzter Zeit zunehmend 

Beachtung geschenkt. 

 

Autonome Symptome wie: 



-

 

Orthostatische Hypotonie: 



Blutdruckabfall beim Aufrichten aus dem Liegen, bei  längerem Sitzen oder Stehen, 

(Pulskontrolle, wenn ein Parkinsonpatient im Sitzen einschläft). Durch Anti- 

Parkinsonmedikamente kommt es zu Verschlimmerung dieser orthostatischen 

Regulationsstörung. 

-

 

Gastrointestinale Symptome: 



Schluckstörungen (Dysphagie:): verminderter Husten-/Würgreflex mit dem Risiko einer 

Lungenentzündung (Aspirationspneumonie), auch Speichel wird nicht automatisch 

geschluckt: Speichelfluss (Sabbern). 

 

 



 

 

Magenatonie, verzögerte Magenentleerung: Medikamente werden verzögert 



aufgenommen, kleine Mahlzeiten, Sondenkost nicht zu schnell und nicht zu viel 

Merke:

 

1.



 

Zeitliche Abstimmung von Medikamentengabe und von Patienten 

geforderter Leistung (Medikamentengabe 1/2 Std vorher). Den 

Patienten fragen, wie lang seine On- Zeiten sind.

 

2.



 

Starthilfe geben

 

TIPP:

 

Flüssigkeiten andicken, bei Eingeben von Nahrung kontrollieren, ob Pat. 

geschluckt hat, der Mund leer ist vor dem nächsten Bissen. Kleine 

Mahlzeiten.

 


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verabreichen, sonst kann es zu passivem Zurücklaufen (Reflux) der Nahrung mit 

Verschlucken und Lungenentzündung kommen. 

-

 



Übelkeit und Erbrechen sind Medikamentennebenwirkungen 

-

 



Obstipation (Frühsymptom aber unspezifisch) 

-

 



Verstärkter Harndrang, erektile Impotenz, 

-

 



Verstärktes Schwitzen, trockene Augen, „Salbengesicht“: vermehrte Talgproduktion der 

Haut. 


 

Sensorische Symptome wie: 

Riechstörungen, Folge davon: Verlust der Geschmacksfunktion, 

Schmerzen, Kribbelgefühle. 

 

Schlafstörungen wie: 



verstärkte Tagesmüdigkeit (auch als Medikamentennebenwirkung), Schlaflosigkeit des 

Nachts, lebhafte Träume.  REM-Schlaf-Verhaltensstörungen (Träume werden ausagiert, 

können von heftigen Bewegungen begleitet sein, Sprechen oder Schreien im Schlaf,  

Aus –dem- Bett- fallen.) 

Pat. können auch einfach nur davon aufwachen, dass sie sich nicht allein automatisch im 

Schlaf drehen können. 

 

Neuropsychiatrische Symptome wie: 



Depressionen, Apathie, Angst, Panikattacken, Alpträume, Halluzinationen (meist 

optische) bei erhaltenem Bewusstsein und Kritikvermögen, meist als 

Medikamentennebenwirkung, Wahnvorstellungen und Verwirrtheit. 

Bei einem Teil der Patienten (nach Angaben der AWMF-Leitlinien in 30-40% der Fälle) 

kommt es im fortgeschrittenen Stadium zu Demenz. Manche Patienten werden aber auch 

nur unterschätzt wegen der Mimikarmut und der verzögerten Reaktionen. Tritt eine 

Demenz früh auf, handelt es sich vermutlich um eine der anderen mit Parkinson 

einhergehenden Erkrankungen (s.o.). 

Impulskontrollstörungen sind Medikamentennebenwirkungen, (z.B. Kaufsucht, 

Spielsucht). Sie werden oft verschwiegen, sexuelle Enthemmung fällt eher auf (s.u.) 

Auch komplexe, stereotyp wiederholte Tätigkeiten wie Ordnen, Sammeln, Hantieren mit 

technischen Geräten etc. kommen vor. Sie werden von den Patienten als entspannend 

empfunden. 

Gerade bei den neuropsychiatrischen Symptomen ist oft schwer zu unterscheiden 

zwischen krankheitsbedingten und medikamentenbedingten Symptomen. 

 

Merke:

 

Optische Halluzinationen sind meist Medikamentennebenwirkungen

 


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Andere nichtmotorische Symptome wie: 

Müdigkeit, Gewichtsverlust. 

 

 



Behandlungsmöglichkeiten 

Neben bewegungstherapeutischen Möglichkeiten wie Physio-, Logo-, Ergotherapie stehen 

eine Vielzahl von Medikamenten und eine operative Möglichkeit zurzeit zur Verfügung. 

 

Orale Medikamente 

Hier stehen Medikamente zur Verfügung,  die das fehlende körpereigene Dopamin 

ersetzen und andere, die den vorzeitigen Abbau des Dopamins verzögern, 

Dopaminersatzstoffe , und solche, die den körpereigenen Dopamingegenspieler, das 

Acetylcholin, hemmen. 

 

Levodopa,  L-Dopa wird seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts für die Behandlung 



von Parkinson benutzt und ist bis heute das wirksamste und am besten verträgliche  

Mittel. Es ist eine Vorstufe von Dopamin, wird erst im Gehirn zu Dopamin 

verstoffwechselt. (z.B. Madopar

®

, Nacom



®

, Stalevo

®

). Es wird in einer festen  



Kombination mit einem Decaboxylasehemmer gegeben, damit die Verstoffwechselung 

nicht schon im Körper stattfindet. Dann gäbe es mehr Nebenwirkungen. 

Die lösliche Form z.B. Madopar LT® (auflösen, nicht mörsern) wirkt schneller aber 

kürzer. Madopar LT® hat sich bewährt als morgendliche „Starthilfe“. Wenn es als 

Reservemedikament angesetzt ist muss bei Gabe sorgfältig dokumentiert werden, 

Vorsicht vor Überdosierung! (s.u. bei: Medikamentengabe, Operation, akinetische Krise). 

 

 

 



 

Dopaminagonisten sind Medikamente, die als Dopamin Ersatzstoffe fungieren (z.B. 

Sifrol

®

, Requip



®

, Clarium

®

, Parkotil



®

, Neupro


®

). Diese setzten direkt an den 

Empfängerstellen im Gehirn an, an denen auch Dopamin ansetzt. Nachteilig an ihnen ist, 

dass sie eine schwächere Wirkung und besonders bei älteren Pat. stärkere Nebenwirkung 

haben als Levodopa. Man kommt mit ihnen aber u.U. jahrelang ohne Levodopa aus. Die 

Wirkdauer ist sehr unterschiedlich, einige werden über die Leber, andere über die Nieren 

ausgeschieden. 

COMT-Hemmer verlängern die Wirkdauer von Levodopa (z.B. Comtess

®

, Tasmar


®

Unter der Therapie mit Tasmar® kann es zu profusen Durchfällen kommen. Die 



regelmäßige Kontrolle der Leberwerte ist Vorschrift. 

Merke:

 

Bei Levodopa darf es nicht zu einer Medikamentenpause kommen, notfalls 



kann es auf einer neurologischen Station ausgeliehen werden.

 


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Eine Besonderheit bei dem Kombinationspräparat Stalevo



®  

ist die Dosierung der 

einzelnen Inhaltstoffe: Stalevo

® 

ist erhältlich in 50 mg, 75 mg, 100 mg, 125 mg, 150 mg 



und 200 mg Tabletten. Diese Dosierungsangaben beziehen sich auf den Anteil an 

Levodopa. In jeder der genannten Dosierungen befindet sich immer 200 mg Entacapon 

(COMT-Hemmer), das die Wirkungsdauer des Dopamins verlängert. 

Wird eine Stalevo® Tablette durchgebrochen oder werden zwei kleinere anstatt einer 

höher dosierten Tbl. gegeben, verändert sich das Mengenverhältnis zwischen Levodopa 

und COMT-Hemmer und es ist mit entsprechenden Nebenwirkungen zu rechnen. 

 

 

 



 

MAO-B-Hemmer  verlangsamen den Abbau von Dopamin im Gehirn (z.B. Movergan

®



Azilect



®

 



NMDA-Antagonisten  zusätzlich zur Antiparkinsonwirkung können sie die von Levodopa 

verursachten Überbewegungen (Hyperkinesien) verringern. (z.B. Pk-Merz

®

, Amantadin



®

Es ist auch das Einzige, zur Behandlung der Parkinsonerkrankung, welches es als Infusion 



gibt. Es wird daher als erste Wahl in einer Akinetischen Krise benutzt, wenn eine orale 

Medikamentenaufnahme nicht möglich ist. Es kann aber Halluzinationen bis Verwirrtheit 

verursachen. Besondere Überwachung benötigen Patienten mit Niereninsuffizienz. 

 

Anticholinergika  hemmen die Wirkung des Acetylcholins, das durch den Dopaminmangel 



relativ erhöht ist. Diese werden heute nur noch selten eingesetzt 

(aber z.B. gegen Tremor, gegen das Neuroleptika-bedingte Parkinsonoid) und haben 

häufig atropinähnliche Nebenwirkungen (z.B. Akineton

®

, Artane



®

, Parkopan

®

). 


Zu diesen anticholinergen Nebenwirkungen ( Harnverhalt, Magen-/Darmatonie, weite 

Pupillen, Tachykardie, Erregung bis Delir) kommt es besonders häufig, wenn der Patient 

noch andere Medikamente mit anticholinergen Nebenwirkungen erhält: (z.B. Clozapin®, 

Leponex®), Olanzapin (Zyprexa®), Tricyclische Antidepressiva wie Amytriptylin, Doxepin 

(Aponal®) etc., Medikamente gegen Blasenenteerungsstörungen, selbst Atropin als 

Augentropfen. 

 

Domperidon ist das Medikament gegen medikamenteninduzierte Übelkeit bei Patienten 



mit Parkinson (z.B. Motilium

®

).Es ist ein peripher wirkender Dopaminantagonist, 



beschleunigt die Magenentleerung (wodurch Levodopa besser resorbiert wird) und 

beschleunigt ebenfalls die Darmentleerung. 



Merke:

 

Stalevo-Tbl. niemals teilen oder 2 „kleinere“ nehmen, wenn die 



angeordnete Stärke gerade nicht da ist!

 


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Zu meiden sind Medikamente wie Neuroleptika (Haloperidol und viele andere, auch 

Fluspirilen, z.B. Imap® i.m.), die in der Psychiatrie gegen Wahnsymptome eingesetzt 

werden. Ebenfalls sollte bei Übelkeit vermieden werden, ein anderes Medikament als 

Domperidon (Motilium®) zu geben. Medikamente wie MCP®, Paspertin® und Gastrosil® 

sind Dopaminantagonisten, Gegenspieler des Dopamin, verursachen also Parkinson. 

Domperidon hat denselben Effekt, geht aber nicht ins Gehirn. 

Eine Reihe anderer Medikamente sind ebenfalls möglichst zu meiden, können in diesem 

Rahmen aber nicht alle aufgezählt werden. Bestimmte Antibiotika (Aminoglykoside) 

gehören dazu. Wechselwirkungen zwischen Parkinsonmedikamenten und anderen 

Medikamenten sind vielfältig und unübersichtlich, Zweiterkrankungen selbst beeinflussen 

die Parkinsonsymptomatik aber auch. 

 

Quetiapin (Handelsnamen: Quentiax, Quetiapin und Seroquel) ist ein atypisches 



Neuroleptika welches bei Parkinson Patienten die Psychosen, Halluzinationen, 

Durchgangssyndrome, etc. entwickeln als Mittel der ersten Wahl eingesetzt wird. Es gibt 

immer wieder „geheime Rezepte“ die benutzt werden um unruhige Patienten, besonders 

im Nachtdienst, unter Kontrolle zu bringen. Abgesehen davon, dass der Einsatz solcher 

Cocktails in der Regel unter der Hand laufen und somit illegal sind, sollte man sich damit 

nie an einem Parkinsonpatienten versuchen. Es kann zu einer dramatischen 

Verschlechterung der Beweglichkeit und Bewusstseins- sowie autonomen Störungen 

führen. Es empfiehlt sich in den oben benannten Krisensituationen den diensthabenden 

Arzt zu rufen und auf Quentiapinlösung hinzuweisen. 

 

 



 

 

Transdermale Pflaster 

Diese werden genauso wie Pflaster zur Schmerztherapie auf die Haut geklebt. Nur 

werden diese täglich gewechselt und sind nicht Btm-pflichtig. Die von den Pflastern 

(Neupro® und Leganto®) freigegeben Wirkstoffe sind Dopaminagonisten (s.o.) und 

werden zum Teil auch bei Patienten mit RLS (Restless Legs Symdrom) eingesetzt. 

 

 

Apomorphin 



Wird durch Erhitzen aus Morphium und konzentrierter Salzsäure hergestellt. Das 

Morphium kann aber nicht zurück gewonnen werden. Es ist ein Dopaminagonist (s.o.) 

und kann als Injektion mit einem Pen, ähnlich wie Insulinpens, oder mittels einer Pumpe 

Merke:

 

Quetiapin ist das Mittel der Wahl, wenn ein Parkinsonpatient beginnt 



Psychotisch zu werden.

 


Wissenswertes zu Morbus Parkinson für Pflegekräfte 

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subkutan verabreicht werden. Eine Apomorphin Pumpe ist die optimale Möglichkeit eine 

Medikamentenpause während Operationen jeglicher Art zu überbrücken. Eine 

Nebenwirkung von Apomorphin ist Übelkeit und Erbrechen. Ein Grund Domperidon 

(Motilium®) als Übelkeitsprophylaxe zu geben. 

 

Duodopa- Pumpe 

Levodopa als Gel wird mittels einer Pumpe über eine PEJ-Sonde in das Jejunum 

appliziert, wo es direkt resorbiert wird. Duodopa® wird in der Spätphase des Parkinsons 

eingesetzt, wenn mit oraler Medikamentengabe kein gleichmäßiger Dopamin Spiegel zu 

halten ist und Wirkungsfluktuationen und Dyskinesien überhand nehmen. 

 

Tiefe Hirnstimulation 

Hierbei wird mittels zweier Elektroden, welche durch einen operativen (stereotaktischen) 

Eingriff im Gehirn platziert werden, in der Spätphase versucht, Wirkungsfluktuationen 

und Dyskinesien zu verringern. Das Steuergerät dazu wird wie ein Herzschrittmacher 

(Pacer) unter die Haut platziert und die Leitungen zu den Elektroden unter der Haut und 

der Schädeldeckel entlang geführt. Die Einstellung muss regelmäßig überwacht werden. 

Zu beachten ist, dass man das Steuergerät ausschaltet, bevor man ein EKG schreibt. Es 

gäbe nur Artefakte. 

Die Pat. sollten einen Schrittmacherausweis mit sich führen, in dem aufgeführt wird, 

welche elektrischen, magnetischen, elektromagnetische Geräte den Schrittmacher 

ausschalten/zerstören können und wann es zu Gewebeschäden kommen kann. 

 

 

 



Vorschlag:

 

Auf alle Anmeldungen zu Untersuchungen aber auch zur Physiotherapie 



etc.  großgeschriebener Vermerk: Hirnschrittmacher-Pat., s. Ausweis. Den 

aber sicherheitshalber nur in Kopie beilegen.

 


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Weitere Probleme 

 

Wirkungsfluktuationen/Wirkungsschwankungen 

Wenn sich ein Patient trotz regelmäßiger Medikamenteneinnahme nicht mehr gleichmäßig 

gut bewegen kann, sondern Schwankungen zwischen guter und schlechter Beweglichkeit 

auftreten, spricht man von Wirkungsfluktuationen. Im Verlauf der Erkrankung wird die 

Wirkdauer des Levodopa immer kürzer. Durch die ablaufenden degenerativen Prozesse 

gehen auch die Bereiche verloren, welche das von aussen zugeführte Dopamin speichern 

konnten

Zunächst kommt es zu frühmorgendlicher Akinese: die Nacht ist zu lang. Die 

letzte Medikamentengabe zur Nacht sollte so spät wie möglich erfolgen, die erste 

Medikamentengabe morgens ½ Std vor den morgendlichen Verrichtungen: der Pat. kann 

dann wieder vieles allein, was sonst von der Pflegekraft übernommen werden müsste,    

Die nächtliche Akinese quält den Patienten: er kann sich nicht im Schlaf spontan 

umdrehen: evtl. eine in Reserve angesetzte Levodopa für diese nächtlichen Situationen 

aufsparen oder Zeiten zum Umlagern absprechen. Anfangs ist der zeitliche 

Zusammenhang mit der Medikamenteneinnahme klar erkennbar, später nicht immer. 

Diese Wirkungsfluktuationen nennt man auch ON-OFF-Schwankungen (deutsch: An-Aus- 

Schwankungen), da die Übergänge zwischen guter und schlechter Beweglichkeit so 

schnell erfolgen können, als würde man einen Schalter betätigen. Für 

Krankenpflegekräfte ist es irritierend, dass ein Pat. etwas nicht können soll, was vorhin 

noch gut funktionierte. 

 

 

 



 

Freezing (Einfrieren) 

Freezing-Episoden dauern wenige Sekunden bis Minuten. Sie treten in ON- oder OFF- 

Phasen auf, besonders beim Loslaufen, Umdrehen, Gehen durch Türen, Engpässen oder 

bei Ablenkung. In dieser Situation fehlt das innere "Gehkommando". Viele Patienten 

nutzen ganz verschiedene Tricks, denen die Eigenschaft gemeinsam ist, durch 

Kommandos von außen sich selbst wieder anzustoßen. Zum Beispiel lässt sich durch 

Hören von rhythmischer Musik das "Einfrieren" häufig vermeiden. Andere Patienten 

verlagern aktiv das Körpergewicht, gehen am Geländer, schaukeln rhythmisch vor und 

zurück, stampfen mit den Füßen, machen extra große und brüske Schritte oder führen 

gleichzeitige Handbewegungen durch. Sehreize sind ebenfalls sehr hilfreich. So können 



Unabdingbar:

 

gleichmäßige Medikamentengabe, Einzeldosen nicht zusammenlegen, 



Wirkzeiten werden im Verlauf immer kürzer, schließlich lässt sich für nur 

noch sehr kurze Zeit ein Zustand zwischen Unter-und Überdosierung 

erreichen, manchmal ist der zeitliche Zusammenhang zur 

Medikamentengabe nicht mehr klar erkennbar.

 


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die Patienten paradoxerweise viel einfacher über Hindernisse gehen, z.B. über einen 

vorangestellten Fuß einer Begleitperson, über einen Stock, über quer verlaufende Muster. 

Sogar das gedankliche Sich-Vorstellen von Querstreifen auf dem Boden kann hilfreich 

sein. Es gibt spezielle Stöcke, bei denen Querstäbe ausklappen, über die man dann 

hinwegsteigen kann. 

Gute Beobachtung ist wichtig für evtl. Therapieänderung: bei Freezing im „On“ braucht 

Pat. u.U. weniger Medikamente. 

Auch unabhängig vom Freezing helfen optische und akustische Reize (lautes Zählen, 

Kommando auf 3, rhythmische Musik) z.B. beim Herumdrehen im Bett, beim Aufstehen 

aus dem Sitzen. Die Pflegekraft braucht dann den Pat. nicht zu heben, sodass die Zeit für 

diese Stimuli schnell wieder hereingeholt ist. Wenn der Pat. vor dem Aufstehen auf die 

Vorderkante des Stuhles gerutscht ist, hat er damit auch schon „Anlauf“ genommen, 

abgesehen davon, dass man aus dieser geänderten Körperhaltung heraus besser 

aufstehen kann. 

 

Hyperkinesien (Überbewegungen) 

Hierunter versteht man überschießende Bewegungen. Der Patient führt unkontrollierte 

Bewegungen (z. B. Schwenken der Arme, Schaukeln des Rumpfes, Grimassen schneiden, 

Tänzeln o. Ä.) aus. Überbewegungen sind Ausdruck einer „über das Ziel hinaus 

schießenden“ Wirkung der Medikamente. Sie werden durch die ungleichmäßige Erregung 

der Nervenzellen bei langjähriger Tablettenbehandlung mit L-Dopa begünstigt. 

 

Dystonie 

(schmerzhafte Muskelanspannung mit Verharren in einer eher verdrehten Bewegung) 

z.B. früh morgens, wenn die Medikamentenwirkung nachläßt besonders in den Füßen. 

 

Orthostatische Dysregulation 

Die bei Parkinson-Patienten häufige orthostatische Dysregulation besagt, dass der 

Blutdruck nach dem Aufstehen oder bei längerem Sitzen und Stehen abfällt und nicht 

oder nicht ausreichend wieder erhöht werden kann. Parkinsonmedikamente  (Levodopa, 

Dopaminagonisten) wirken verschlimmernd.  Besonders früh und häufig tritt dies bei der 

Multisystematrophie (MSA) auf, einer ebenfalls neurodegenerativen Erkrankung mit 

Parkinsonsymptomatik.  Schwindel, Verschwommen sehen, Bewußseinsstörungen nur in 

aufrechter Körperposition sind das häufigste Symptom („Einschlafen“ im Sitzen). Die 

Ursache liegt in einer Miterkrankung von Zellen des vegetativen Nervensystems, sowohl 

innerhalb als auch außerhalb des Gehirns (Keine adäquate Vasokonstriktion = Gefäße 

können sich nicht automatisch zusammenziehen). 



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Maßnahmen können sein: vor dem Aufstehen im Bett Füße rollen, elastische 

Stützstrümpfe, vor dem Aufstehen im Sitzen ein paarmal mit den Füßen aufstampfen 

(„Wadenpumpe“) (Pat. braucht den Fremdantrieb, das Kommando dazu). 

Den bei Parkinsonpatienten so häufigen Flüssigkeitsmangel muß man ausgleichen. 

Vermeiden von großen Mahlzeiten, heißem Bad (allen Situationen, bei denen schon 

einem gesunden Mensch schwindelig werden kann). 

Wenn bei Patienten mit einem vaskulären Parkinsonsyndrom im Liegen der Blutdruck zu 

hoch ist, führt der Körper verschiedene hormonelle Maßnahmen zur weiteren 

Blutdrucksenkung durch, die dann in aufrechter Position die Situation verschlimmern. Die 

Patienten sollten daher versuchen, mit um 30-40 Grad hochgestelltem Bettoberteil zu 

schlafen und sich tagsüber nicht hinzulegen 

 

 



 

 

Sturzneigung 

Stürze sind eines der Hauptprobleme der Parkinson-Erkrankung. Sie nehmen mit 

Krankheitsdauer, Krankheitsstadium, Bewegungsverarmung (durch Rigor, Akinese aber 

auch sekundären Gelenkversteifungen) höherem Lebensalter sowie  stärkerer 

Gesamtbehinderung zu. 

Man unterscheidet Stürze aufgrund einer Haltungsinstabilität, durch plötzliches 

"Bewegungseinfrieren" der Füße auf dem Boden, (Freezing, s. oben), aufgrund immer 

schneller und kleiner werdender Schritte (die der Bewegung des Oberkörpers trotzdem 

nicht folgen können), durch einen L-DOPA verursachten "Bewegungssturm  (massive 

unkontrollierbare Bewegungen des ganzen Körpers) oder aufgrund eines nach dem 

Aufrichten auftretenden Blutdruckabfalls (orthostatische Hypotension). 

 

Zu einer erhöhten Sturzgefährdung können auch beim Parkinson-Patienten 



unzureichende Brillen, Augenlinsentrübungen, Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans, 

der Herzfunktion und viele orthopädische Erkrankungen beitragen. Auch ungeeignete 

Schuhe können zu Stürzen führen wie ein unebener oder zu glatter Fußboden, 

Teppichkanten, diverse andere Stolperfallen, zu schlechte Beleuchtung oder fehlende 

Handläufe an Treppen, in der Dusche. 

 

Medikamentös induzierte Psychosen 

Vorboten können unruhiger Schlaf, Alpträume, illusionäre Verkennungen sein ( wenn z.B. 

ein real vorhandener Busch als ein Tier gesehen wird). Halluzinationen und 

Wahnvorstellungen können anfangs bei voll erhaltenem Bewusstsein und Kritikvermögen 

Merke:

 

Parkinsonpatienten haben oft Blutdruckabfall bei zu schnellem Aufstehen, 



bei längerem  Sitzen oder Stehen. Als erstes: Füße hoch.

 


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auftreten. Sie beginnen meist in der Dämmerung/ Dunkelheit, werden gefördert durch 

Spiegelungen z.B. in Fenstern. Manchmal sind Halluzinationen auch schwer zu erkennen, 

wenn der Patient z.B. berichtet, da seien Leute in seinem Zimmer gewesen oder 

bestimmte Familienangehörige. 

 

 

 



 

Verwirrtheitszustände, Orientierungsstörungen kommen besonders bei Pat. mit einer 

(vielleicht bis dahin nicht erkannten, beginnenden) Demenz oder unter Therapie mit 

bestimmten  Medikamenten vor. 

Ursachen können sein: Medikamentennebenwirkungen, versehentliche Überdosierungen, 

Steigerung oder Umstellung der Parkinson Medikamente, verminderte Flüssigkeitszufuhr, 

Infektionen (oft Harnwegsinfekt), außergewöhnliche seelische Belastungen, veränderte 

Lebensumstände. 

 

Hypersexualität 

Dies ist ein gesteigertes sexuelles Verlangen, welches ein medikamenteninduziertes 

Problem ist. Meist durch Dopaminagonisten. Aber auch wenn Levodopa überdosiert ist, 

kann es dazu kommen. Es betrifft Männer wie Frauen, wobei Männer eher damit 

auffallen. Es kann dadurch zu peinlichen Situationen bis hin zu Übergriffen kommen: 

Immer ansprechen, damit Medikamente angepasst werden können. 

 

 

 



 

„Schwierige Angehörige“ 

Wer kennt sie nicht, die Angehörigen, die einen ständig mit Fragen, Forderungen und 

Besserwissen „nerven“ und einem das Leben schwer machen. Überwiegend handelt es 

sich eigentlich um besorgte Angehörige,  die sich durch die langjährige Erkrankung des 

Patienten gut mit dem Krankheitsbild und dem Umgang auskennen. In einem solchen   

Fall steht einem jedoch  eine Person mit  einer großen Fachkompetenz gegenüber.  Diese 

Fachkompetenz sollte man sich nutzbar machen und  in die Versorgung des Patienten mit 

einbeziehen. Dies schafft eine gute Basis, unterstützt die eigene Arbeit und man kann   

das eigene Wissen erweitern. 

Erstmaßnahme deshalb:

 

Licht an und Vorhänge zu um Diskussionen mit dem Spiegelbild zu 



vermeiden

 

TIPP:

 

Falls bekannt ist, dass ein Parkinsonpatient zur Hypersexualität neigt, 

sollten alle Mitarbeiter, auch ausserhalb der Pflege, informiert sein um auf 

peinliche Situationen und Übergriffe vorbereitet zu sein.

 


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Akinetische Krise 

Dies ist der Parkinsonsche Notfall. Hierbei kommt es zur völligen Bewegungsunfähigkeit 

und Bewusstseinsstörungen. Sprechen und Schlucken wird unmöglich. Die Atmung ist 

eingeschränkt, und es kommt zu hohem Fieber, welches nicht unbedingt 

infektionsbedingt ist. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich und intensivpflichtig. Ursachen 

für eine akinetische Krise können schwere fieberhafte Infektionen, stattgefundene 

Operationen, Flüssigkeitsmangel oder einfach nur eine längere Unterbrechung der 

Medikamenten-Versorgung sowie die Gabe von Neuroleptika sein. Die Unterscheidung 

zum klinischen Bild des malignen Dopaminentzugssyndroms ist schwierig. 

 

 



 

 

Was kann man als Pflegekraft tun? 



Grundsätzliches 

Man sollte sich die Devise „Zeit nehmen, Zeit geben“ für Parkinsonpatienten zu eigen 

machen. Der Faktor Zeit ist im heutigen Pflegealltag einfach zu klein geworden, um mit 

ihm verschwenderisch umzugehen. Wer aufgrund von Zeitmangel anfängt, bei 

Parkinsonbetroffenen mit Druck zu arbeiten, wird keine Zeit gewinnen. Druck wirkt wie 

eine Bremse, und der Umgang mit dem Patienten wird anstrengender.  Wer  kein 

Parkinsonsymptom  provozieren möchte, nimmt sich die Zeit. Hilfreich ist der Anreiz von 

außen: mit dem Pat. absprechen, welche Stimuli/ Rhythmen/ Kommandos am besten 

helfen. Des Weiteren sollte man versuchen, die Angehörigen in die stationäre Versorgung 

mit einzubeziehen. Das hat den positiven Effekt, dass die Angehörigen wichtige Hinweise 

geben können, wie was am besten klappt, und man als Pflegekraft auf diese Weise seine 

eigenen Fachkenntnisse vielleicht auch noch etwas erweitern kann. Wenn es zudem noch 

möglich ist, von den Angehörigen gewisse Hilfestellungen zu bekommen, bedeutet dies 

für das Pflegepersonal eine wertvolle Unterstützung. Es sollte jedoch  darauf geachtet 

werden, dass man die Angehörigen letztendlich mit der Versorgung nicht alleine lässt. 

 

Schluckprobleme 

Bei Schluckproblemen sollten Flüssigkeiten  angedickt und breiige Koste bevorzugt 

werden. Auf Wackelpudding sollte man ganz verzichten, da er flüssig wird, wenn er 

längere Zeit im Mund verweilt. Getränke in kleinen Schlucken anbieten, wenn möglich 

den Patienten mit einem Strohhalm saugen lassen, so kann die Trinkmenge die 

geschluckt werden soll, selbst bestimmt werden. 

Merke:

 

Die akinetische Krise und das Dopaminentzugssyndrom sind die 



wichtigsten Parkinsonnotfälle

 


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Medikamentengabe 

Hierbei ist es wichtig, vorgegebene Zeiten einzuhalten, um Wirkungsfluktuationen 

möglichst zu vermeiden. Wichtig ist, die erste Gabe immer pünktlich zu verabreichen. 

Dadurch steigert sich die Möglichkeit, dass der Parkinsonpatient zeitig in Gang kommt 

und seine Versorgung zum größten Teil selbst organisieren kann. Die letzte 

Medikamentengabe zur Nacht möglichst spät geben, evtl. Reserve an Parkinson - 

Medikamenten für die Nacht aufsparen. Nicht den Medikamentenplan „vereinfachen“ 

(Zeiten zusammenlegen). Bei fortgeschrittenem Krankheitsbild ist die Wirkdauer der 

Medikamente oft kürzer als 2-3 Stunden. Das bedeutet eine Verlängerung der Off- 

Phasen, was  die Komplikationsrate und den Pflegeaufwand wesentlich steigert. Soweit 

möglich, sollte man Medikamentenverabreichung und Maßnahmen, die die aktive 

Mitarbeit des Patienten erfordern, aufeinander abstimmen. 

 

Weiter ist darauf zu achten, dass  eiweißhaltige  Kost nicht zeitgleich mit den 



Medikamenten verabreicht wird sondern 30 Minuten  vor und 90 Minuten nach der 

Nahrungsaufnahme. Eiweisshaltige Kost sind nicht nur Milchprodukte sondern auch alle 

anderen tierischen wie pflanzlichen Eiweiße. Eiweiß verhindert die L-Dopa Aufnahme im 

Dünndarm und den Transport ins Gehirn. Wer ein Steak mit L-Dopa geniest, hat vielleicht 

ein schönes Steak gegessen, darf sich aber nicht wundern, wenn die Beweglichkeit 

nachlässt. 

 

Parkinson Medikamente sollte man nicht mörsern, sondern auflösen. Löslich sind. 



Madopar LT, aber auch Nacom 100 und Isicom . 

 

Um einen dokumentarischen Überblick über die vielen Medikamentengaben in der 



Spätphase der Erkrankung zu behalten, eignen sich die wenigsten 

Dokumentationssysteme. Daher  ist es hilfreich, in jedem Einzelfall einen übersichtlichen 

Medikamentenplan anzulegen und auf diesen in der Dokumentation zu verweisen 

(Beispiel findet sich im Anhang). Um die Patientenbeweglichkeit in Bezug auf 

Medikamentengaben und Mahlzeiten zu dokumentieren, bietet sich ein 

Bewegungsprotokoll an (Beispiel findet sich im Anhang). Falls es zu Problemen kommt, 

ist dies ein gutes Instrument, um eventuelle Ursachen heraus zu finden. 

Ernährung und Verdauung 

Ausgewogene Ernährung in kleinen Portionen wegen der verlangsamten Magenentleerung 

ist anzuraten. Auch sollte die Ernährung  so angelegt sein, dass der Energiebedarf 

berücksichtigt wird. Bei Tremor, Rigor und eventuellen Überbeweglichkeiten verbraucht 

der Körper mehr Energie  als ohne diese Symptome. Es kommt daher häufig zu einem 

starken Gewichtsverlust. Wegen der durch Parkinson bedingten Darmträgheit kann es 

auch zu Obstipationen kommen. Hier sind Ballaststoffe und eine dazu angepasste 


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Flüssigkeitszufuhr als primäre Prophylaxe das Mittel der Wahl. Sollte dies jedoch nicht 

ausreichen,  gibt es gute Erfahrungen mit  Movicol

®



 



Sondenkost 

Gleichzeitig die Medikamentenzeiten einzuhalten, die Pausen 30 Min vor u. 90 Min nach 

Medikamentengabe  zu berücksichtigen, in denen keine eiweißreiche Kost verabreicht 

werden soll, und dazu eine ausreichende Ernährung sicherzustellen, scheint erst einmal 

schwer zusammenzubringen. Dazu noch darauf zu achten, dass man möglichst kleine 

Mahlzeiten gibt wegen der Magenatonie bei Parkinson, scheint noch schwieriger. Es ist 

aber machbar, und wer möchte, dass es nicht zu Komplikationen kommt, sollte diese 

Probleme bedenken. 

Bei jeder Nahrungseingabe sollte der Pat. aufgerichtet werden, anfangs sollten die 

Einzelportionen 200ml nicht überschreiten, sicherheitshalber sollte vor der nächsten 

Nahrungsgabe Mageninhalt aspiriert werden, damit man sicher ist, dass man keinen 

Reflux mit dem Risiko der Aspiration auslöst. Domperidon beschleunigt die 

Magenentleerung. 

Dauerinfusion der Nährlösung geht bei Parkinson nicht: die Levodopa-Dosierung müßte 

ganz erheblich erhöht werden. 

Nicht alle Medikamente sind sondengängig.  Madopar LT, Nacom, Isicom sind löslich 

(nicht mörsern), Retard-Präparate machen keinen Sinn, Stalevo  geht nicht. 

 

Prä- und Postoperativ 

Grundsätzlich sollte die Pause der Parkinson Medikamente so kurz wie irgend möglich 

gehalten werden. Der Anästhesist und Op.-Pfleger sollten rechtzeitig vor der Op. auf die 

Erkrankung und Medikamentenproblematik hingewiesen werden, sie müssen vieles 

anders planen als sonst. 

Parkinsonmedikamente sollten bis zur Prämedikation weiter gegeben werden. Dem 

Patienten gibt man für die Zeit im Aufwachraum und eventuelle Zeit auf einer 

Intensivstation am besten einen Medikamentenplan und Medikamente in 

Originalverpackung mit. Medikamente, die in Tablettenschälchen ausgedrückt sind, 

werden nicht gegeben, weil das Arzt und Pflegepersonal nicht wissen, um welche 

Medikamente es sich handelt. 

Der Operateur muss wissen, ob ein Hirnschrittmacher (Tiefenhirnstimulation) vorhanden 

ist. Bei diesen Patienten können mit einem monopolaren Elektrokauter 

Koagulationsströme weitergeleitet und dementsprechende Schäden verursacht werden. 

 

Sobald der Patient aus der Narkose erwacht sollte, in Absprache mit dem Anästhesisten, 



mit Schluckversuchen begonnen werden, um mit den Parkinsonmedikamenten zügig 

wieder einzusteigen. Das ist meist nach 30 - 90 Min. möglich. Können die Medikamente 



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oral nicht eingenommen werden, kann man sie auch über eine nasalen Magensonde 

geben, notfalls kann man überbrücken mit Apomorphin-Pumpen (auch während längerer 

Op.) oder Amantadinsulfatinfusionen. 

Man kann für kurze Zeit Madopar LT® rektal verabreichen wie ein Zäpfchen oder 

Mikroklysma. 

Bei Patienten, die über eine PEJ ernährt werden, sollte man auch einen speziell auf die 

Medikamentenzeiten zugeschnittenen Sondenkostplan achten. 

Zu beachten ist, dass ein eventuell auftretender Blutdruckabfall ausgeprägter sein kann 

als bei anderen Patienten. Zudem ist bei Parkinsonpatienten  nach einer Op. die Gefahr 

von Aspirations-, Pneumonie- und Dekubitus Problemen größer  als bei anderen 

postoperativen Patienten, was aus der parkinsonbedingten  Grundproblematik resultiert. 

Wichtig: Aufrichten zu jeder Nahrungseingabe, Mobilisierung, so schnell wie möglich. 

Besondere Rücksprache muss auch bei der Bedarfsmedikation gegen Schmerzen,    

Übelkeit und Unruhe gehalten werden. Um Probleme in der postoperativen Versorgung zu 

vermeiden,  sollte man möglichst rasch  ein neurologisches Konsil  in Anspruch nehmen. 

 

 



Literatur und Quellen

 

Pflege von Menschen mit Parkinson, Verlag W. Kohlhammer, 

PD Dr. G. Ebersbach, 

ISBN 978- 

3170208346 

Therapie des idiopathischen Parkinson-Syndroms, UNI-MED Verlag

, Prof. Dr. W. Jost

ISBN 


978-3-8374-2159-0 

Therapie des fortgeschrittenen Parkinson-Syndroms, UNI-MED Verlag

, Prof. Dr. W. Jost

ISBN 978-3-89599-325-1 



Die Parkinson-Krankheit, Patientenratgeber von Desitin Arzneimittel GmbH, 

PD Dr. G. Ebersbach 



Leben mit der Parkinson-Krankheit, Nicht motorische Symptome, Patientenratgeber 

der 


European Parkinson´s Disease Associaction 

Medikamenteninduzierte-Psychose, Patientenratgeber von Desitin Arzneimittel GmbH, 

PD Dr. G. Ebersbach 



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